Zauber und Staub

Me, turning 35

Die meisten Frauen haben mit dem Alter „30“ ein Problem. Dreißig werden ist praktisch das Ende des Lebens. Zumindest aber definitiv das Ende der Jugend.
Nicht so ich.
Ich bin gerne 30 geworden. Das Jahr, in dem ich 30 wurde, war ein Jahr des Umbruchs. Ich war frisch getrennt, bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, habe mein (und Emmas) Leben komplett neu geordnet. Es war spannend, dramatisch, traurig, aufregend. Die 30 war für mich nicht das Ende des Lebens, sondern irgendwie der Startpunkt für ein neues Leben. Gezwungenermaßen.
Keine Zeit für Lebenskrise.

5 Jahre, eine Hochzeit, ein Kind und ein Haus später (krass, wenn man es so aufzählt!) bin ich – unschwer zu raten – 35 geworden, und fühle mich – alt. UR-alt.
35 ist… fast 40.
35 ist Zerfall, zu spät, aus und vorbei.
35 ist Falten, Cellulite und Pigmentflecken.
Würde ich nochmal schwanger, würde ich ab jetzt als „Risikoschwangere“ gelten.
Ich wollte nicht mal feiern. Keine Party. Wozu auch?
Letztendlich habe ich doch spontan 2 Freundinnen und meine Schwester eingeladen, zum gemeinsamen Frust-Besäufnis. Das Ergebnis war ein Kindergeburtstag mit 4 Erwachsenen und SIEBEN Kindern zwischen 0 und 8.
Gesoffen hab ich auch allein. Die eine stillt, die andere musste fahren und die dritte mag keinen Sekt. Tolle Party.

Ähnlich toll, wie mein letztes Ausgeh-Erlebnis. Simon und ich waren mit einem befreundeten Päärchen in einer Art „Club“ – wir wollten nur noch kurz nach dem Musical (=alt, spießig) einen Cocktail trinken – schließlich muss man den Ausgang ohne Kinder bis auf’s Letzte ausnutzen. Irgendwann ertappten wir Mädels uns selbst dabei, wie wir, an unserem alkoholfreien Mischgetränk (sie schwanger, ich kann nach zu viel Alkohol am späten Abend in letzter Zeit nicht mehr schlafen) nippend, über die zu laute Musik klagten und eigentlich nur heim ins Bett wollten. Und mussten lachen. Und mit einem Auge auch weinen.
FRÜHER… FRÜHER wäre es da erst los gegangen. FRÜHER hätte man um Mitternacht zwei Wodka-Bull gekippt und dann die Tanzfläche gestürmt. Früher… hat man alternde „junggebliebene“ Sexy-Hexys in Teeny-Klamotten ausgelacht und sich fremd geschämt. Wie peinlich. In dem Alter. Vielleicht waren die auch gerade 35 geworden? Oder 50.
Was macht das schon für einen Unterschied.

Ist das schon die Midlife-Crisis? Ist es dafür nicht noch etwas zu früh? Schließlich habe ich ja statistisch gesehen noch deutlich mehr als die Hälfte meines Lebens vor mir. Auch wenn ich mich momentan anders fühle – bis zur Rente muss ich noch über 30 Jahre arbeiten (und 16 habe ich erst hinter mir).
So in Relation gesehen frage ich mich doch, warum ich mich so unendlich alt fühle.
Und was ich tun kann, um das zu ändern. Ein Hobby suchen? (à la… „sie malt jetzt“ „er hat sich eine Harley gekauft“)
Einen Lover? Puh. Nee.
Schönheits-OPs? Eine Diät? Oder zumindest eine neue Frisur?
Nichts scheint wirklich Aussicht auf Verbesserung zu bringen.
Und so komme ich zu dem Schluss, dass das Einzige, was mir wahrscheinlich hilft, ist, mir immer wieder vor Augen zu führen, dass ich kein einziges Jahr zurück wollen würde.
Ich will nicht mehr 20 sein – Gott bewahre. Und auch nicht 30 – man war das anstrengend zu der Zeit. Eigentlich will ich genau da sein, wo ich gerade bin. Denn ich war nie zufriedener.
Und 35 ist doch am Ende auch nur eine Zahl.

 

 

 

 

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Ein Kommentar zu „Me, turning 35

  1. So ähnlich ging’s mir auch letztes Jahr. Ich fürchte, dieses Jahr fühlt sich die Zahl noch ein bissle mehr zu groß an. Und von hier an wahrscheinlich jedes Jahr noch ein bissle mehr… :$

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