Zauber und Staub

Tu’s nicht – oder doch?

Ich wusste, dass es irgendwann so weit sein würde. Zumindest habe ich es geahnt.
Und jetzt ist es so weit. Die komplexe Gleichung aus Hormonspiegel + Jahreszeit * Alter (35-t) im Bezug auf ein Baby, das immer öfter durchschläft, und einen Job, der mich langweilt, löst sich gefährlich Richtung X= Babywunsch auf. Oh Gott. Und ich kann nichts dagegen tun.
Zwei meiner Freundinnen sind zur Zeit schwanger, eine andere hat gerade ein Baby bekommen und eine Dritte vor 3 Monaten. Überall Babys. Es ist wie ein Virus. Und Johanna ist mit ihren gut anderthalb Jahren gar kein richtiges Baby mehr. Außerdem stellt sich heraus, dass der Abstand zwischen meinen Töchtern doch größer ist, als gedacht. Und damit meine ich nicht nur die 6,5 Jahre Altersunterschied. Emma ist die halbe Woche gar nicht zuhause. Und wenn sie da ist, dann hat sie immer öfter keine Lust, sich mit ihrer kleinen Schwester zu beschäftigen, was in Zukunft wahrscheinlich eher schlimmer, als besser wird. Die große Schwester ist für Johanna also eher ein Event, eine unbestimmte Variable, als eine feste Bezugsgröße im Alltag.
Doch Kinder brauchen Geschwister. Ich selbst habe vier. Gut, das ist jetzt auch wieder ein bisschen übertrieben, aber meiner Meinung nach, sind Geschwister wirklich wichtig für die Entwicklung von Sozialverhalten, später als Verbündete gegen die Eltern und noch später als Unterstützung, wenn die Eltern diejenigen sind, die Hilfe brauchen. Von meinen vier Geschwistern habe ich auch nur zu zweien ein enges Verhältnis, und am engsten ist natürlich das Verhältnis zu meiner Schwester (die anderen sind alle Jungs) – aber wenn ich mir vorstelle, es gäbe sie nicht… nicht auszudenken.
Mein Mann sieht das eher pragmatisch. „Dann müssten wir ein neues Auto kaufen. Für 3 Kinder braucht man einen Bus oder so!“ „Naja, wie OFT sind wir wirklich ALLE zusammen im Auto unterwegs? Da könnte sich Emma doch auch hinten zwischen die 2 Kindersitze quetschen.“ kontere ich (wir fahren einen Kombi, keinen Mini). „Ja und was, wenn wir in den Urlaub fahren?“
„Außerdem haben wir kein Zimmer mehr frei!“ zählt er weiter auf. „Niemand hat ein Zimmer frei. In jeder normalen Familie muss irgendwas anderes (Büro, Ankleidezimmer, etc.) weichen, wenn sich Nachwuchs ankündigt. Wir haben definitiv genug Platz.“ Simon ist nicht überzeugt.
„Das erste Jahr mit Johanna war schon echt übel anstrengend. Willst du dir das wirklich nochmal antun?“ zweifelt er.
Nein. Will ich nicht. Ich habe keine Lust auf schlaflose Nächte, genau so wenig, wie ich Lust darauf habe, wieder zuzunehmen, mich am Ende der Schwangerschaft wie ein Nilpferd zu fühlen, oder unter unglaublichen Schmerzen ein Kind auf die Welt zu bringen. All das macht keinen Spaß.
Aber es geht vorbei.
Das Thema ist noch längst nicht ausdiskutiert, und wie wir wissen gehören zum Kinderkriegen immer zwei. Es ist auch gut möglich, dass Simon am Ende auf seinem derzeitigen Standpunkt beharrt. Überreden will ich ihn nicht. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass noch jemand fehlt.

 

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