Zauber und Staub

Weihnachten…


Ich kann kaum erwarten, dass es endlich vorbei ist. Bei diesem Gedanken ertappe ich mich des Öfteren die letzten Tage und Wochen. Und frage mich – warum eigentlich. Wann bin ich zum Weihnachtsmuffel geworden? Ich habe eine Familie, zwei entzückende Töchter, (Groß-)Eltern in der Nähe, Geschwister, die ich fast alle an Weihnachten sehen werde… Alles also, was man so zur Weihachtsfreude benötigt. Und trotzdem… Ich hasse es. Jedes Last Christmas und Jingle Bells im Supermarkt oder Radio löst bei mir eher Missmut als Vorfreude aus. Geschenke einpacken ist lästig und dauert Ewigkeiten (dafür dass in 5 Minuten alles wieder aufgerupft ist), das Dekorieren der Wohnung geschieht eigentlich nur Emma zuliebe. „Mama, bei uns ist es gar nicht richtig weihnachtlich! Wann schmücken wir endlich?“ Puh. In 2 Wochen muss man doch eh alles wieder wegräumen…

Wann bin ich zum Ebenezer Scrooge geworden? Und v.a., warum? Ich würde ja gerne – so richtig kitschig mit allem… Schon Emma zu liebe… Aber es ist mir zuwider. Und je länger ich drüber nachsinne, um so mehr deucht es mir, dass der Vergleich mit dem Griesgram aus Dickens‘ Weihnachtsgeschichte vielleicht gar nicht so verkehrt ist. Weihnachten macht was mit einem – ob man will oder nicht. Aktuell hängt es wie eine schwarze Wolke über mir – eine Wolke aus all den Erinnerungen, Emotionen und Erlebnissen, die man eben mit diesem Fest verbindet. Weihnachten als Kind daheim, Weihnachten mit diesem Ex und jenem,  Weihnachten als kleine heile Familie mit Emma und ihrem Papa (gab es genau einmal), Weihnachten als zerbrochene Familie, mit Emma und ihrem Papa, kurz nach der Trennung – den Schein wahren, für’s Kind… (wir waren sogar in der Kirche). Weihnachten als Alleinerziehende, wieder bei den Eltern daheim… Unweigerlich komme ich ins Nachdenken, Erinnern, Nachfühlen… Und was ich da finde sind eben weder kitschige noch romantische Erinnerungen, sondern echte. Teilweise sehnsüchtige, teilweise schmerzhafte.

Ich seufze tief und entschließe mich, mit dem kommenden Weihnachtsfest wieder Erinnerungen zu schaffen. Für mich, für Emma, für Simon, für die Omas und Opas und Tanten und Onkels und Geschwister. Es wird sicher kein perfektes Weihnachten, schon allein die Tatsache, dass wir 3 Tage auf 4 Familien aufteilen müssen, macht es irgendwie un-perfekt. Dennoch hat dieses Weihnachten noch die Chance, eine positive, romantische, kitschige und v.a. fröhliche Erinnerung zu werden. Also. Her mit den Lichterketten und Plätzchenrezepten. Packen wir es an.

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