Zauber und Staub

Shopping-Bulimie

Okay, ich gebe es zu, ich habe eine Schwäche. Ich bin eindeutig ein sucht-veranlagtes Wesen. Mein mir bekannter Hang zur Obzession – egal welchen Inhalts – war einer der Gründe warum ich ziemlich spät (mit 19) meine erste Tüte geraucht und niemals irgendetwas synthetisches ausprobiert habe. Ich kenne mich – wenn es mir irgendwie etwas „bringt“, dann tue ich es wieder. Und wieder. Und… kenne kein Ende.
Ganz wie die Laborratte mit dem Zuckerwasser.
Gras hat mich zum Glück einfach immer nur sehr müde gemacht, weshalb es über den einen oder anderen Versuch auch nicht hinaus ging.
Anders mit dem Rauchen (was ich inzwischen Gott sei Dank seit eineinhalb Jahren aufgegeben habe) – frei nach dem Motto „eine ist keine“, habe ich es ungefähr 5-7 Mal geschafft, nach einer mehr oder weniger langen Abstinenz wieder anzufangen. Aaaach… nur eine. Ach komm.. noch eine. Naja, jetzt ist die Schachtel eh offen – und heute war ein scheiß Tag, kauf‘ ich also noch eine… und schon war ich wieder Raucher. Das Attribut „Gelegenheitsraucher“ konnt ich mir leider nie ganz lässig zuschreiben.
Ähnlich mit dem Alkohol. Es gab Zeiten, da musste ich mir selbst auferlegen, dass Sonntag bis Mittwoch kein Alkohol getrunken wird. Einfach nur, um das Gefühl zu haben, nicht die Kontrolle zu verlieren und zum Alkoholiker zu werden. Es ist meistens nicht viel… zwei Gläschen. Was ist das schon. Aber man sagt ja auch, dass die Stetigkeit den Süchtigen ausmacht, nicht unbedingt die Menge. Und wenn zwei Gläschen „nichts“ sind, dann ist eine halbe Flasche eben irgendann normal…

Meine aktuelle Sucht ist das Internet-Shopping. Genauer gesagt im Krankheitsbild „Shopping-Bulimie“: Ich bestelle und bestelle und schicke fast alles wieder zurück.
Wahrscheinlich kommt selbst Amazon langsam nicht mehr mit, was ich wann bestellt, zurückgeschickt, schon oder noch nicht bezahlt habe. (Aber es gibt dort auch einfach ALLES!) 
Und jedes Mal, wenn ich zwischendurch nüchtern werde, sprich: alle Päckchen erhalten und zurückgeschickt und alle Rechnungen und Mahnungen bezahlt habe, denke ich: So. Das war’s das MUSS aufhören. Ab jetzt kaufe ich wieder gezielt im Laden ein. Und wenn nur, um meine Nachbarn zu schonen, die die meisten Päckchen für mich annehmen müssen, während ich arbeite. Und für die lokale Marktwirtschaft. Und überhaupt.
Momentan ist es wieder so weit. Tag eins. Keine offenen Bestellungen. Das muss aufhören.
Mal sehen, wie lange ich durchhalte.
Ob ich mir statt dessen vielleicht ein Stückchen Schokolade…
Es klingelt an der Tür. Mein Herz macht einen Hüpfer. Hab ich irgendeine Bestellung vergessen? „Paket für Herrn Schmid, können Sie das annehmen?“
Gott sei Dank. Es ist nicht für mich.

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