Zauber und Staub

Sonderangebot

ein Nachteil daran, wenn man sich bereits mit 30 vom Vater des eigenen Kindes trennt, ist: Man ist noch zu jung, um sich den Rest des Lebens nur mit Toy Boys die Zeit zu vertreiben. Man – also in diesem Fall ich – hegt den Anspruch, „irgendwann“ wieder einen adäquaten Partner zu finden, und mit diesem das im ersten Anlauf gescheiterte Projekt „Beziehung und Familie“ neu aufzurollen, perfektionieren und zur Vollendung führen zu können.
Happily Ever After.
In Patch-Work – von mir aus – aber sicher besser, als das, was man zu vor hatte.
Nur leider stellt sich nun, nach fast einem Jahr bereits heraus, dass man sich das irgendwie doch leichter vorgestellt hat, als es ist.
Nicht, dass es an der Auswahl fehlen würde – wobei man schon sagen muss, dass die meisten passenden Männer entweder gerade frisch verheiratet oder (bzw. und) noch nicht wieder getrennt sind. Das Problem ist eher – das Kind.
Waaaaaas?
Ja. Das Kind.
Die allermeisten fallen schon allein deshalb durch’s Raster, weil sie NIEMALS etwas mit einer Frau mit Typhus Kind anfangen würden.
Die wollen wir aber auch gar nicht.
Schließlich sind unsere Kinder das BESTE an uns, und wer das nicht einsieht oder zumindest akzeptiert, der hat schon mal von vorne herein verloren und wird es niemals über den Status einer Naja-Bettgeschichte raus schaffen. Denn selbst wenn wir es schaffen, uns 3 Abende die Woche für heiße Dates frei zu schaufeln – das WOLLEN wir gar nicht auf Dauer.
(Ich verfalle hier gerade in den pathetischen wir-sind-die-Mütter-Plural. ZU RECHT.)
Denn das sind wir nicht. Das bin ich nicht. Nicht nur.
Es ist ein toller Einstieg, ganz bestimmt. Romantisches Candlelight-Dinner, Theater-Besuch, Schoko-Früchte auf dem Volksfest, Unmengen von stürmischem Sex… wow.
Doch das ist nur das „Vorspiel“. Mit dem ihr es, wenn ihr es richtig gut macht, irgendwann schafft, unser Herz zu erobern. Oder uns in die Kiste zu kriegen. Oder beides.
Und was dann in euren Augen als banale langweilige Einladung zum Abendessen oder Ausflug in den Park von unserer Seite folgt, ist eigentlich das Angebot, wirklich unser Wichtigstes kennen zu lernen. Das Kind.
„Oh. Meinst du nicht, dass es dafür noch zu früh ist?“
Falsche Antwort.
Wann der richtige Zeitpunkt ist, entscheiden wir. Die Mütter.
Aber gut – beim ersten Mal lassen wir das noch als „Respekt vor der Situation und Vorsicht“ durchgehen.
Beim 2., 3., 4. mal „Du, das passt mir heut leider gar nicht, aber wir sehen uns ja morgen Abend (wenn Emma bei ihrem Papa ist)“ wird es dann jedoch langsam zur Gradwanderung.
Und mit der Häufigkeit der Ablehnungen, das Kind zu treffen (jaa, treffen, nicht adoptieren!), sinkt auch proportional unsere Lust auf aufregende Dates und heiße Nächte. Denn mindestens genau so wichtig, wie heraus zu finden, wie der Mann küsst, ist es, zu sehen, wie er mit dem Kind umgeht.
Denn
uns
gibt
es
nur
zu
zweit.

Punkt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s