Zauber und Staub

Professoren

sind an sich meist ältere, manchmal steife, sicherlich hochgradig intelligente, selten spektakulär attraktive Männer.
Wahrscheinlich nutzt sich die Attraktivität schon dadurch ab, dass man als Professor in der Regel eine angemessene Liste an Berufs-/ Lehr-/ und Forschungserfahrung haben muss, wofür man eben schon so seine 20 bis 40 Jahre (nach Erhalt des ersten Doktortitels mit Ende 20) benötigt. Vielleicht haben attraktive Männer aber auch generell anderes zu tun, als einen Professoren-Titel anzustreben. (Mein Beruf bringt es mit sich, dass, ich regelmäßig Kontakt mit dieser Spezies pflegen muss darf.)
Während der eine betont Wert darauf legt, dass alle seine 3 Doktortitel in der Anrede genauestens und in der richtigen Reihenfolge genannt werden, begnügt sich der andere sogar mit dem Vornamen. Soviel habe ich schon mitbekommen. Und mit einer gewissen sozialen Intelligenz und genügend (weiblichem) Charme, sind sie alle eigentlich gut zu haben.
Neu war mir allerdings bis heute, dass es auch sexy Professoren gibt. Und mit „sexy“ meine ich
s e x y. Nicht dieses „graue Schläfen und viel Geld“-sexy, sondern wirklich… Nun gut, ich denke ich sagte es bereits. 🙂
Und so kippe ich fast samt stapelweise Sitzungsunterlagen aus meinen hellbraunen Clogs, als ich i h n im Konferenzraum sitzen sehe. E r ist ein mir noch unbekanntes Mitglied eines neu aufgestellten Gremiums und ich habe bereits mehrere Emails mit i h m gewechselt. Hätte ich gewusst, dass e r … dann… ich… kann mich plötzlich nicht mehr konzentrieren. „Frau Kollegin, müssen Sie heute etwa auch bis zum Schluss dabei sein?“ Der Vorsitzende des Ausschusses begrüßt mich mitleidig. Müssen? „Was heißt hier müssen, Herr Professor Bauer, ich d a r f bis zum Schluss dabei sein.“ flöte ich plötzlich gut gelaunt in die Runde. Vielleicht wird diese Abendsitzung ja gar nicht so öde, wie ich dachte, vielleicht… Da kreuzen sich unsere Blicke, e r grinst.
Ich bin verliebt.
 Augenblicklich. 😉
Ich fühle mich wie bei grey’s anatomy und e r ist mein McDreamy. Ich sehe uns bei gemeinsamen Besprechungen in seinem Büro… beim gemeinsamen Glas Wein auf seiner Terrasse… Wie er wohl im weißen Kittel aussieht…. Ob er eine Assistentin braucht?… Da! Er hat schon wieder geguckt. Ich muss mich zusammenreißen, dass ich keine Herzchen anstelle eines anständigen Protokolls auf meinen Schreibblock male.
Leider bin ich in ein Gespräch verwickelt, als er sich nach der Sitzung verabschiedet. Mist. Chance verpasst. Wann ich ihn wohl das nächste Mal sehe… Ob ich ihm eine Email… Aber was würde ich da rein schreiben? „Sehr geehrter Herr Professor Dr. Hi Andreas, ich habe leider verpasst, mich Dir vorzustellen, ich bin Anne, noch zu haben!“

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Ein Kommentar zu „Professoren

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